Konfessionelle Netzwerke der Deutschen in Russland 1922–1941

Quellen-Datenbank

Unbenanntes Dokument

Auswahl und Aufnahme der Texte


Textarten

Die vorliegenden Texte entstammen unterschiedlichen Provenienzen. Es handelt sich um diplomatische Korrespondenzen zwischen zwei Staaten, zwischen Behörden eines Staates – beispielsweise zwischen dem Auswärtigen Amt Berlin und deutschen Botschaften im Ausland, um Briefe von Privatpersonen an Politiker oder Institutionen, um Protokolle (von Hilfsvereinen, von päpstlichen Kongregationen), um Nachrichten, die auf geheimen Weg aus Sowjetrussland bzw. der Sowjetunion herausgeschmuggelt wurden, auf dünnem Papier, das eng beschrieben wurde, um die Briefe möglichst klein falten und gut verbergen zu können. In den meisten Fällen sind Verfasser und Empfänger bekannt. Wenn keine Unterschrift auf einem Schriftstück ist, ist der Verfasser dennoch implizit einer bekannten Institution zuzuordnen oder der Text wurde dennoch von seinem Empfänger als seriös und bedeutsam wahrgenommen.
Ein Teil der Texte steht in einem größeren Kommunikationszusammenhang: die Diplomatenpost, regelmäßige Berichte bestimmter Stellen in der Sowjetunion, die Korrespondenzen von Hilfsorganisationen. Darüber hinaus gibt es aber auch immer wieder Einzelquellen, die einer individuellen Initiative entspringen. Zeitungsartikel aus der zeitgenössischen sowjetischen Presse, die oftmals von den diplomatischen Stellen gesammelt und übersetzt wurden, vermitteln die propagandistische Umformung von ausländischen Hilfsaktionen, die der Bevölkerung in der UdSSR – wenn auch oftmals stark fokussiert auf Konnationale – Unterstützung zukommen lassen wollten.

 

Zur Wiedergabe der Texte

Nicht vermerkt wurden interne Nummern über die Ablage der Korrespondenz. Auszeichnende Schriftarten auf dem Original wie Fettschrift, Kursive, Versalien oder ähnliches wurden übernommen. Offenkundige Rechtschreibfehler wurden geglättet. Sprachliche Eigenheiten – wie heute nicht mehr gebräuchliche Ausdrücke – wurden in der Edition beibehalten, genauso wie zeitgenössisch noch nicht normierte oder fest eingeführte Bezeichnungen (zum Beispiel: „Sowietunion“). Auch Bezeichnungen für Städte wie Sankt Petersburg, das 1924 in Leningrad umbenannt wurde, aber in vielen Texten auch Jahre später als Petersburg genannt wird, blieben in der Edition stehen. So wird auch oftmals „Russland“ als Synonym für die Sowjetunion geschrieben. Kommentare, die das Textverständnis erleichtern sollen, finden sich in eckigen Klammern.
Auch längere Texte wurden ungekürzt aufgenommen, um neben den eigentlich relevanten Informationen deren breiteren Zusammenhang wiederzugeben. Wenn keine konkreten Seiten bei den Archivangaben zu finden sind, war die entsprechende Akte nicht paginiert.